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02. Februar 2019

Unsere Stellungnahmen

aktualisiert am 02.02.2019
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Die Wiener Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler attackierte im Ö1 Kulturjournal am 25. Jänner 2019 das LET´S CEE Film Festival. Am 29. Jänner legte sie via APA nach.

  • Veronica Kaup-Hasler am 25. Jänner auf Ö1 über LET’S CEE:
    „Die sind nicht gerade als buddhistische Brückenbauer bekannt und unterstützen da eher eine Neidkultur.“
Antwort LET’S CEE:

Die Frau Stadträtin wusste bis vor kurzem nicht einmal, wer wir überhaupt sind. O-Ton Mitte November: „Ich kenne Ihr Festival nicht.“ Dafür sind diese Unterstellungen ziemlich starker Tobak. Genau dieses Nichtwissen erklärt wohl auch, warum sie uns nicht als Brückenbauer sieht. Denn mehr wichtige Brücken mit weniger Geld seitens der öffentlichen Hand zu bauen als wir das getan haben kann man fast gar nicht.
 
Zwischen Russen und Ukrainern. Zwischen Serben und Bosniaken. Zwischen Holocaust-Überlebenden und Wiener Schülern. Zwischen Flüchtlingen und Österreichern etc. Man könnte diese Reihe fast schon beliebig fortsetzen.
 
Uns, die wir die längste Zeit unbezahlt viel für die Wiener Kultur geleistet haben, vorzuwerfen, wir würden eine Neidkultur unterstützen, weil wir es wagen, die Ungerechtigkeiten und die Intransparenz bei der Fördervergabe in ihrem Ressort zu thematisieren, trägt mit Sicherheit nicht zur Versachlichung der Diskussion bei. Vielmehr ist diese Reaktion Ausdruck einer diskursiven Hilflosigkeit. Die Zahlen sprechen hier ja ohnehin eine klare Sprache: Egal welches messbare Kriterium man heranzieht, die Zahl der Filme, der Screenings, der Festivalbesucher, der Veranstaltungen des Rahmenprogramms, was auch immer, werden wir mit einem kleinen Bruchteil dessen abgespeist, was alle anderen Festivals im Durchschnitt pro Film, Screening  etc. bekommen. Dafür gibt es keinen Grund. Wenn das keine krasse Diskriminierung ist, was dann? Wir wollen von der Stadt nicht besser, aber auch nicht schlechter gestellt werden als alle anderen, Punktum. (Siehe dazu auch unsere Aufstellung MA 7-Vergleich: Wiener FF 2017). 
 
Das Totschlagargument von der Neidkultur bekommen übrigens ja nicht nur wir zu hören. Immer dann, wenn den Verantwortlichen in der MA 7 sonst nichts mehr einfällt, packen sie die Neidkeule aus. Oder sie unterstellen ihren Kritikern Querulanten zu sein. Wir finden das langweilig.

  • Veronica Kaup-Hasler am 25. Jänner auf Ö1 über unsere fehlenden finanziellen Mittel:
    „Denen sind andere Financiers und Geldgeber einfach weggebrochen und sie haben erwartet, dass die Stadt Wien das in voller Höhe kompensiert.“
Antwort LET’S CEE:
 
Davon ist kein Wort wahr. Factum est: Für den bei der Stadt Wien eingereichten Festivaltermin 1.-12. Mai 2019 ist uns ein einziger Sponsor abgesprungen, der genau drei Prozent zu unserem Budget beigetragen hat. Und den haben wir postwendend durch einen anderen Sponsor derselben Branche ersetzen können. Kaup-Hasler wurde hier offenbar falsch informiert. Ansonsten könnte sie wohl nicht solche Behauptungen in die Welt setzen. Offenbar bezieht sie sich auf eine EU-Einreichung, bei der wir nicht berücksichtigt wurden. Abgesehen davon, dass es sich hier um eine kreditschädigende Verletzung der DSGVO handelt, die Information über diese Nichtberücksichtigung wurde nämlich weder von uns noch von EU-Media bis heute öffentlich publiziert, hat sich diese Einreichung aber auf einen anderen Termin bezogen. Zur Info: Die Entscheidungen über den Creative Europe MEDIA-Call, der für einen Festivaltermin im Mai 2019 relevant ist, wurden noch gar nicht getroffen.

  • Veronica Kaup-Hasler am 29. Jänner via APA:
    „Die nachvollziehbare Enttäuschung über das Nicht-Zustandebringen der Gesamtfinanzierung kann jedoch nicht bedeuten, dass die Stadt die finanziellen Ausfälle seitens Dritter kompensiert. (…) Auch andere Festivals seien schließlich auf Mischfinanzierungen aufgebaut.“
Antwort LET’S CEE:
 
Auch der implizite Vorwurf der mangelhaften Mischfinanzierung ist falsch. Die Frau Stadträtin müsste nur einen Blick auf unsere eingereichte Kalkulation werfen, die ihr ja zugänglich ist. Demnach hat unser Subventionsantrag bei der MA 7 in Höhe von 85.000 Euro für die 2019-Ausgabe rund 21 Prozent des Gesamtbudgets entsprochen bzw. überhaupt nur noch 12 Prozent, wenn man auch die gesponserten Sach- und Dienstleistungen berücksichtigt. Wir gehen davon aus, dass auch in puncto Mischfinanzierung kaum ein anderes Festival dermaßen breit aufgestellt war, wie LET’S CEE (vgl. FÖFF-Filmfestivalreport von 2016).

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