YouTube

26. März 2017

LET'S Gewinner 2017

__________________

Presseaussendung:
http://www.letsceefilmfestival.com/pressemitteilungen-detail/items/462.html

Pressefotos von der LET'S CEE Preisverleihung (Abdruck honorarfrei):
https://www.dropbox.com/sh/v6vf8zwe4mh2n34/AAAR_0aGWW9P_Fr3FqkO-sfIa?dl=0

LET'S CEE Logo, aktuelle Fotos und Visuals (Abdruck honorarfrei):
https://www.dropbox.com/sh/9a21eijz4wouwwa/AAD_yd0rRqqenabb0MoM_rpsa?dl=0

__________________

Lifetime Achievement Award 2017
Béla Tarr

Spielfilm-Wettbewerb
Preisstifter: Robert Hofferer und ARTDELUXE
Preis: € 1.500,00
Jury: Veronika Franz, Martin Gschlacht, Christoph Thoke

Spielfilm-Wettbewerb
Bester Film

Kills on Wheels
Regisseur: Attila Till

Jury: Eine Schießerei. Ein Mann bekommt ein Messer in den Oberschenkel gerammt. Bedrohlich steckt es in seinem blutenden Bein. Der Mann bleibt völlig ungerührt sitzen. Statt zu schreien, schießt er – und schießt sie alle tot. Er sitzt im Rollstuhl, was ist in diesem Fall von Vorteil ist, denn er ist hüftabwärts gelähmt, gefühlslos. Ein Profikiller. Mit der besten Tarnung der Welt. Denn wer schaut schon hin? Zu gerne werden Menschen wie er im Alltag und in der Öffentlichkeit übersehen. Wir zeichnen einen Film aus, der leichtfüßig Menschen inszeniert, die nicht mehr gehen können. Einen Film, der Rollstuhlfahrer als Hauptdarsteller in einer Gangster-Comic-Komödie einsetzt, der Laien aussehen lässt wie die größten Profis. Ein Film, der jede Form des Betroffenheitskinos vermeidet und wo man darüber lachen darf, wenn Bodyguards bei der Leibesvisitation eine Waffe suchen und aber einen Katheter finden. Der ungarische Filmemacher Attila Till hat mit seinem zweiten Langfilm einen Film über die Flucht geschrieben und inszeniert. Über die Flucht aus dem Alltag, den es in einem Heim für körperbehinderte Menschen zu bewältigen gilt. Wie Attila Till das erzählt, ist so originell, visuell durchdacht und spannend, dass es nach wenigen Minuten keine Rolle mehr spielt, ob Menschen in Rollstühlen hier die Hauptrollen spielen. Danke für diesen wunderbar unterhaltsamen und dabei intelligenten Film, der für uns, die Jury, einhellig der beste der diesjährigen Konkurrenz war.

Spielfilm-Wettbewerb
Lobende Erwähnung

The Student
Regisseur: Kirill Serebrennikov

Jury: In diesem Film ist die Bibel das Mittel der Wahl pubertärer Waffen. Venya, ein Schüler, hat das Christentum für sich entdeckt und die Bibel auswendig gelernt. Mit Zitaten daraus kann er alles begründen und jedes Argument zu seinen Gunsten wenden. Solcherart bringt der Schüler schnell die moralischen Systeme an seiner Schule durcheinander. Regisseur Kirill Serebrennikov ist ein cleverer, origineller und vielschichtiger Film gelungen, der auch durch seine Bildsprache besticht. Ein Film über das Ringen mit Werten im heutigen Russland, über Fassaden der Toleranz und Sehnsucht nach Totalitarismus. Unsere Lobende Erwähnung geht an Kirill Serebrennikovs "The Student".

Dokumentarfilm-Wettbewerb
Preisstifter: Robert Hofferer und ARTDELUXE
Preis: € 1.500,00
Jury: Houchang Allahyiari, Tiziana Aricò, Goran Rebić

Dokumentarfilm-Wettbewerb
Bester Film
A Mere Breath
Regisseurin: Monica Lãzurean-Gorgan

Jury: Wir kommen zu unserem Gewinner: Es ist ein Film, der uns atemlos zurückgelassen hat. Wir folgen dem Schicksal einer Familie in einer kleinen Stadt in Transsilvanien über einen Zeitraum von sieben Jahren. In einer dichten und einfühlsamen Bildsprache entstehen Momente von größter Intensität und Nähe, wo der Film die universellen Fragen von uns Menschen verhandelt – über das Leben, die Liebe und den Tod. Der Gewinner des diesjährigen Dokumentarfilmwettbewerbs von LET’S CEE heißt für uns daher „A Mere Breath“ von Monica Lazurean-Gorgan!

Dokumentarfilm-Wettbewerb
Lobende Erwähnung
Communion
Regisseurin: Anna Zamecka

Jury: Auf ihr ruht das Gewicht einer  ganzen Familie. Nicht nur dass die 14-jährige Olga den Alltag mit ihrem Alkoholkranken Vater und ihrem autistischen Bruder regelt und die einzig Erwachsene ist, forciert sie eine mögliche erneute Zusammenkunft mit der abwesenden Mutter. „Communion“ von Anna Zamecka zeigt eine unglaublich starke junge Frau und eine beeindruckende familiäre Struktur. Nie scheint es trotz der schweren Voraussetzungen hoffnungslos zu sein.

Dokumentarfilm-Wettbewerb
Lobende Erwähnung:
The Good Postman
Regisseur: Tonislav Hristov

Jury: Ein kleines, bulgarisches Dorf an der türkischen Grenze wird zum menschlichen Anker im Jahr der Flüchtlingskrise 2015. Ivan, der Postbote, will zu dieser Zeit Bürgermeister werden und den aussterbenden Ort durch die Aufnahme von syrischen Asylsuchenden retten. „The Good Postman“ ist eine beeindruckende dokumentarische Studie und ein Tor zur Menschlichkeit.

Promising Debuts Wettbewerb
Preisstifter: GLS Austria
Preis: € 1.500,00
Jury: Nicole Albiez, Sabine Hiebler, Magdalena Zelasko

Promising Debuts
Bester Film

Hristo
Regisseure: Grigor Lefterov & Todor Matsanov

Jury: "I'll be a normal person", formuliert Titelheld Hristo sein Ziel und seine große Hoffnung mit Nachdruck. Und im Versuch, diese Hoffnung  – Wohnung, Job, Familie – wahr werden zu lassen, ist Hristo ebenso glaubhaft wie im Scheitern und in der Verzweiflung. Die Regisseure Grigor Lefterov und Todor Matsanov inszenieren authentisch, unprätentiös und mit Feingefühl. Nie kippt ihr von einem obdachlosen Jugendlichen erzählendes Sozialdrama ins Sozialpornografische, und trotzdem sind sie ihrer stets Haltung bewahrenden Figur immer nah. Der wahrlich heldenhafte Hristo und der ganz famose Hauptdarsteller Dimitar Nikolov brechen einem das Herz – durch eine klug gesetzte Dramaturgie, durch gewählte Schnitte und Auslassungen tun die Regisseure das ihre dazu.

Promising Debuts
Lobende Ewähnung

Dogs
Regie: Bogdan Mirică

Jury: Es ist gut, einen Hund oder eine Axt dabei zu haben, wenn man sich hier – im rumänischen Hinterland nahe der Ukraine – vor die Tür wagt: Der fesselnde Western erzählt gekonnt von einem Erbe, mit dem man nicht umgehen möchte. Ein weites Stück Niemandsland wird nicht nur zu einem gesetzlosen Raum, sondern auch zum atmosphärischen Spielfeld: Die grenzenlose Weite entpuppt sich als Enge ohne Bewegungsfreiheit. Bogdan Miricăs gesellschaftskritischer Thriller erzielt mit kleinen Gesten große Wirkung. Der Vergleich mit „No Country for Old Men" ist mehr als berechtigt.

Promising Debuts
Lobende Ewähnung
Together For Ever
Regisseurin: Lina Lužytė

Jury: Trotz all der Bemühungen, Ansätze und Störgeräusche, mit denen Regisseurin Lina Lužytė die porträtierte Familie konfrontiert, sind die Figuren – Vater, Mutter, Kind – selbst am Ende des Films noch unfähig zur Kommunikation, wie sich besonders im starken Schlussbild offenbart. Ihr Familienfilm heißt „Together For Ever": „together" bedeutet hier aber für alle Zeit „nebeneinander her", und das Familiäre dient als Versuchsanordnung in Sachen Einsamkeit. In leisen Tönen und behutsam inszeniert Lina Lužytė ein Drama, das nachhallt und von originellen, aber dennoch unaufdringlichen Momenten geprägt ist.

Kurzfilm-Wettbewerb
Preisstifter: Robert Hofferer und ARTDELUXE
Preis: € 1.500,00

Jury: Samaya Asgarova, Inge Maux, Matej Mináč, Marina Richter

Kurzfilm-Wettbewerb
Bester Film

The Buzzing of a Bumblebee
Regisseur: Vladimir Beldian

Jury: Dieser Film handelt von der Magie, die es in der deprimierenden Umgebung eines Altersheims zu finden gibt, und vermittelt ein Bild von den Verletzlichkeiten des Lebens. Er ist ein origineller Zugang zum Thema des bevorstehenden Todes von Menschen, die vor den gleichgültigen Augen der Gesellschaft dahin vegetieren. Die Jury hat sich für den Kurzfilm „Buzzing of a Bumblebee“ vom russischen Regisseur, Vladimir Beldian, entschieden wegen seinem einzigartigen visuellen und narrativen Stil sowie wegen der liebevollen Wärme, die er für seine Protagonisten im Altersheim übrig hat. Meisterhaft spult dieser Film das Leben zurück und präsentiert den ultimativen Traum.

Kurzfilm-Wettbewerb
Bester Film
A New Home
Regisseur: Žiga Virc

Jury: Die erste lobende Erwähnung gilt dem Kurzfilm „A New Home“ von Žiga Virc für sein sensibles, ästhetisches und geschickt angefertigtes Portrait einer einsamen Frau, die zwischen ihren neugebauten, leeren Wohnungsräumen und dem kontrastierenden überfüllten Flüchtlingslager nebenan Paranoia entwickelt. Ein Film über die Konsequenzen von ungerechtfertigter Angst.

Kurzfilm-Wettbewerb
Lobende Erwähnung
Masterpiece
Regisseurin: Irina Storozhenko

Jury: Für seinen humorvollen Zugang zum Idealbild von Frauen und Liebesbeziehungen gibt es eine lobende Erwähnung der Jury für den Film „Masterpiece“ von Irina Storozhenko. Der Film bietet neue Perspektiven zum Konzept des Glücklichseins und der Erfüllung der Liebe.

Kurzfilm-Wettbewerb
Lobende Erwähnung

Shanghai, Baku
Regisseur: Teymur Hajiyev

Jury: Die Rohheit einer tief patriarchalen Gesellschaft darzustellen, versucht der Film „Shanghai, Baku“ vom aserbaidschanischen Regisseur Teymur Hajiyev, weshalb wir ihn mit der dritten lobenden Erwähnung bedenken. Der Regisseur bietet einen Blick in die verborgenen Ghettos und ihre Bewohner in Baku.

Publikumspreis: Langer Spiel- bzw. Dokumentarfilm im Wettbewerb
Preisstifter: Stadt Wien
Preis: € 1.500,00

Train Driver's Diary
Regisseur: Miloš Radović

Publikumspreis: Bester eingereichter Kurzfilm
Preisstifter: LILIAC
Preis: € 1.500,00

Undercooling
Regisseurin: Olga Kosanovic

Beste schauspielerische Leistung einer Hauptdarstellerin bzw. eines Hauptdarstellers in einem der Wettbewerbsbeiträge:
Die Kroatin Ksenija Marinković für ihre Rolle in The Constitution.

Die 50-jährige Ksenija Marinković ist eine bekannte Film-, TV- und Theaterschauspielerin aus Kroatien und aus dem osteuropäischen Kino mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Die starke und überaus vielseitige Darstellerin stellte allein 2016 bei neun Produktionen ihr Talent unter Beweis und trug damit wieder einmal ganz klar zur Völkerverständigung auf dem Gebiet Ex-Jugoslawiens bei: So war wiederholt nicht nur in kroatischen Filmen, sondern auch in serbischen, slowenischen, etc. Koproduktionen zu sehen.

Preis für den besten im Rahmen der LET'S CEE Talent Academy gedrehten Kurzfilm
Preisstifter: Stadt Wien
Preis: € 1.000,00
"LET'S CEE" von Vladimir Beldian, Berin Češkić, Achmed Abdel-Salam und Martina Netíková

Zurück