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Industry Events 2017

LET’S CEE Industry Days 2017
23.-24. März in Wien

Fachtagung und Netzwerktreffen:
16 erstklassige Vorträge,
zwei spannende Podiumsdiskussionen
und vieles mehr –
und die Teilnahme ist heuer für alle akkreditierten Festivalbesucher kostenlos!

Filmemachen im CEE-Raum und in Österreich:
Die Herausforderungen von morgen bewältigen

application/pdf Programme_LET'S CEE Industry Days 2017.pdf (245.9 KiB)

2017 gab es erstmals die zweitägigen LET’S CEE Industry Days (aufgebaut auf der erfolgreichen eintägigen Ausgabe beim vorletzten LCFF), unter dem Motto „Filmemachen im CEE-Raum und in Österreich: Die Herausforderungen von morgen bewältigen“. Neben 16 Vorträgen von führenden Vertretern der Filmwirtschaft aus Österreich und dem Ausland, zwei hochkarätig besetzten Podiumsdiskussionen (bei denen österreichische und internationale Experten die Zukunft von europäischen Filmfestivals und die Aussichten von Koproduktionen zwischen westlichen Ländern und solchen aus der CEE-Region erörtert haben) und mehreren Get-Togethers (darunter dem Branchentreffen „Meet the experts after work” in der Wirtschaftskammer Wien) stand auch eine Pitching-Session auf dem Programm.

Unter Referenten und Podiumsteilnehmern waren u.a. Harald E. Trettenbrein, Leiter der für die Implementierung des Creative Europe MEDIA Programms bei der Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles und Kultur der Europäischen Kommission zuständigen Abteilung, Direktor des Österreichischen Filminstituts Roland Teichmann, Tina Lokk-Tramberg, Direktorin des Tallin Black Nights Filmfestivals, der Produzent Wolfgang Knöpfler von Terra Mater Factual Studios, Dániel Kresmery von den ungarischen Korda Studios, Samaya Asgarova vom Azerbaijanfilm Film Studio, Stefan Laudyn, Direktor des Filmfestivals in Warschau, Christof Papousek, CFO der Kinokette Cineplexx, Tereza Polachová, Leiterin der Abteilung Original Production bei HBO Europe, Gründer und Geschäftsführer der Vienna Symphonic Library und der Synchron Stage Vienna Herbert Tucmandl, Martina Lattacher von derCreative Europe Desk Austria-MEDIA, Robert Baliński, Manager für internationale Koproduktionen beim Polnischen Filminstitut, Jelka Stergel, Referatsleiterin beim Slowenischen Filmzentrum und Tudor Giurgiu, Präsident der Romanian Film Promotion.

Die Abschlussveranstaltung der Industry Days bildete die Live! Ammunition! Pitching Session, bei der Elliot Grove, Gründer und Direktor des Raindance Filmfestivals in London als Gastgeber fungierte und bei der rund 30 junge Filmschaffende die Gelegenheit bekommen haben, ihre Ideen vor erfahrenen Filmexperten (darunter dem Filmproduzenten Robert Buchschwenter und der Filmregisseurin Andrina Mračnikar aus Österreich, dem deutschen Filmproduzenten Christoph Thoke und der Filmproduzentin Iuliana Tarnovetchi aus Rumänien) zu präsentieren.

Industry Events 2015

VDFS: LET’S TALK 1!

Am Donnerstag, dem 8. Oktober 2015 lädt die Verwertungsgesellschaft der Filmschaffenden VdFS ab 19.00 Uhr ihre Mitglieder zu einem Netzwerkabend in die Urania Cafe Bar Lounge, an dem auch aus dem Ausland angereiste LET’S-CEE-Filmgäste teilnehmen werden. Achtung: Dies ist eine geschlossene Veranstaltung, und obendrein ist eine Anmeldung bis spätestens 1. Oktober erforderlich: office@vdfs.at. Ort: Urania Cafe Bar Lounge, Uraniastraße 1, 1010 Wien. Zeit: Donnerstag, 8. Oktober 2015, ab 19.00 Uhr.

VIENNA BUSINESS WEEK: LET’S TALK 2!

Zusammen mit der Vienna Business Week lädt das LET’S CEE Film Festival alle Filminteressierten ein, einige seiner internationalen Gäste aus Zentral- und Osteuropa auch abseits der Kinoleinwand zu treffen. Im Rahmen von zwei Networking-Events können am 3. und am 4. Oktober 2015 zwischen 11.00 und 13.30 Uhr im Pavillon der Strandbar Herrmann im Gespräch mit diversen Regisseuren, Schauspielern und anderen Filmschaffenden etc. Kontakte geknüpft, Erfahrungen ausgetauscht und Ideen gesammelt werden, wodurch insbesondere auch die Entstehung von neuen Projekten gefördert werden soll. Brunch: ab 8,50 Euro pro Person. Ort: Pavillon der Strandbar Herrmann, Herrmannpark, 1030 Wien. Zeit: Samstag und Sonntag, 3.-4. Oktober, 11.00-13.30 Uhr.

FNE & ÖFI: FOCUS ON AUSTRIAN CEE COPRODUCTION

Die Film New Europe Association (www.filmneweurope.com) organisiert gemeinsam mit dem Österreichischen Filminstitut im Rahmen des LET’S CEE Film Festivals das Branchen-Event „Focus on Austrian CEE Coproduction”. Die FNE Association besteht aus den Vorständen wichtiger Filminstitutionen Zentral- und Osteuropas. Sie ist die führende Networking-Plattform der Filmindustrie dieser Region. Inhalt: Produzenten und andere Experten werden erklären, wie die Finanzierung länderübergreifender Koproduktionen mit CEE-Partnern heute funktioniert. Dazu werden Fallstudien international erfolgreicher Koproduktionen aus der Region vorgestellt. Abschließend gibt es ein Q&A und einen Networking-Brunch. Bei der Veranstaltung sind auch Gäste von LET’S CEE mit dabei. Die Teilnahme ist frei, man sollte sich aber vorher unter fnecoprodevent@filmneweurope.com anmelden. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt. Ort: Österreichisches Filminstitut, Spittelberggasse 3 (Eingang Stiftgasse 6), 1070 Wien. Zeit: Freitag, 9. Oktober, 9.45-13.30 Uhr.

Master Classes

Im Rahmen von insgesamt jeweils rund 150 min. Master Classes werden die Teilnehmer in erster Linie ihr Wissen vertiefen beziehungsweise erweitern und einen einmaligen Einblick in die Arbeitsweise von international erfolgreichen Filmschaffenden gewinnen können. Dass auch dabei Kontakte geknüpft sowie die Entstehung neuer Projekte und Kooperationen gefördert werden sollen, ist selbstverständlich. Sämtliche Module werden zur Gänze in englischer Sprache abgehalten. Jede Master Class ist mit der Vorführung eines Films des jeweiligen Filmschaffenden verbunden. Gestaltung und Aufbau der jeweiligen Master Class bleiben im Rahmen von gewissen Vorgaben (Thema, Dauer etc.) dabei allerdings den Vortragenden überlassen.

Die LET’S CEE Master Classes kosten regulär 35 Euro. Studenten mit Ausweis bzw. Inhaber entsprechender Karten (siehe Seite 10) zahlen sogar nur 25 Euro. Im Preis einiger Master Classes ist obendrein noch eine Kinokarte zu einem Film des jeweiligen Vortragenden inbegriffen (siehe weiter unten), dessen Besuch freilich keine Voraussetzung für den Besuch der Master Classes ist. Die in Zusammenarbeit mit dem Raindance Film Festival und Elliot Grove angebotenen Master Classes kosten jeweils nur 25 Euro. Wer alle drei Workshops auf einmal bucht, zahlt dafür insgesamt bloß 60 Euro.

Nähere Informationen gibt es unter education1@letsceefilmfestival.com. Unter dieser Mailadresse kann man sich auch für die Teilnahme anmelden. Sofern nicht anders angegeben, finden alle Master Classes in englischer Sprache statt und dauern circa 150 Minuten.

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Želimir Žilnik

„Among The People

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Vortragender: Der serbische Regisseur und kritische Intellektuelle Želimir Žilnik gilt als einer der wichtigsten Vertreter des europäischen Kinos. Er hat bereits in jungen Jahren einen Goldenen Bären gewonnen und ist einer der Mitbegründer des jugoslawischen Novi Films sowie des Genres Dokudrama. Zu LET‘S CEE kommt er mit seiner, aufgrund der politischen Entwicklungen topaktuellen Dokumentation Logbook Serbistan.

Master Class: 02.10., 15:00 Uhr, Pavillon der Strandbar Herrmann.

Inhalt: Der Großteil aller seiner Arbeiten beinhalten soziales Engagement, Humor bzw. groteske sowie komödiantische Elemente und explizit politische Kritik. In dieser Master Class wird Žilnik seine Art des Filmemachens anhand von Filmbeispielen erläutern.

Screening: Logbook Serbistan (SRB 2015, Serbisch, Englisch, Arabisch, Somalisch, Französisch mit dt. UT, Dauer 94 min.), 02.10., 11:00 Uhr, Village Cinema Wien Mitte.

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Tomasz Raczek

„Cinematherapy

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Vortragender: Tomasz Raczek ist der wohl bekannteste Filmkritiker Polens. Er hat erfolgreich Karriere in der Medien- und Theaterwelt gemacht und war in führenden Positionen tätig. Heute leitet er unter anderem seinen eigenen Verlag Latarnik und betreibt zudem einen bekannten Videoblog. Aber auch als Gestalter, Präsentator und Verantwortlicher für zahlreiche Fernseh- und Radioprogramme zum Thema Film ist er sehr erfolgreich.

Master Class: 03.10., 10:00 Uhr, Polnisches Institut Wien. ACHTUNG: Die Veranstaltung findet in polnischer Sprache statt!

Inhalt: In einem Kinosaal schauen sich alle ein- und denselben Film an – aber sehen sie auch ein- und denselben Film? „Kinopassana“ steht für die Verbindung von filmischer Analyse in Gesprächsform mit Elementen der Mediationstechnik. Erstaunlich, aber wahr: Die Therapiemethode kann tatsächlich realitätserweiternd und lebensbereichernd wirken.

Screening: Carte Blanche (POL 2015, Polnisch mit engl. UT, Dauer 106 min), 02.10., 19:00 Uhr, Actor’s Studio.

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Ivo Saliger (Ivan Novak) & Elk Eber (Dejan Knez)

„Victory Under The Sun - Fiction And Reality

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Vortragende: Die beiden Slowenen Ivo Saliger und Elk Eber sind Gründungsmitglieder der Kultband Laibach (1980), der NSK-Bewegung (1984) und von NSK-State (1992). Beide sind Multimediakünstler,  beschreiben sich als „Maschinisten der menschlichen Seele“ und  arbeiten in verschiedensten Bereichen, wobei Laibach immer ihr zentrales Thema war und ist.

Master Class: 05.10., 10:00 Uhr, Village Cinema Wien Mitte.

Inhalt: Laibach, Laibach und nochmals Laibach. Die Geschichte und die Philosophie des Kollektivs werden ebenso erörtert wie diverse Projekte sowie natürlich Filme von und über die vielleicht provokanteste Band der Welt. Im Mittelpunkt dabei: die Doku Victory Under The Sun. Und last, not least natürlich alles über The Laibach Sound of Music in Pyongyang.

Screening: Im Rahmen des Workshops werden Ausschnitte aus dem Film Victory Under The Sun (YU 1988, Serbokroatisch mit engl. UT) gezeigt. Ein zusätzliches Screening gibt es nicht.

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Ada Solomon

„How International (Co-)Production Works

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Vortragende: Die Produktionen der Rumänin Ada Solomon werden auf den renommiertesten Filmfestivals der Welt gezeigt, in Berlin ebenso wie in Cannes, Locarno und Venedig oder beim Sundance Film Festival. Mittlerweile haben die Arbeiten der Erfolgsproduzentin schon weit über 100 wichtige Preise gewonnen, darunter etwa den Goldenen Bären und das Heart of Sarajevo. Zuletzt reüssierte sie erneut in Berlin, und zwar mit Aferim!

Master Class: 09.10., 15.00-18.00 Uhr, Raiffeisen Bank International, Raiffeisen Hall, Am Stadtpark 9, 1030 Wien.

Inhalt: Anhand der Fallstudie Aferim! werden die Rahmenbedingungen und die möglichen Herausforderungen, Höhen und Tiefen einer Produktion besprochen. Ebenfalls auf dem Menü-Plan: Wie man gute Projekte findet, wie man mit Regisseuren gut zusammenarbeitet und warum es nie eine Garantie gibt, dass die nächste Produktion einfacher wird als die letzte.

Screening: Aferim! (ROM/BUL/CZE 2015, Rumänisch, Türkisch, Romani, Englisch mit engl. UT, Dauer 105 min), 08.10., 19:00 Uhr, Urania Kino.

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Fatemeh Motamed-Arya

„Improvisation for the Movie & Natural Acting

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Vortragende: Fatemeh Motamed-Arya ist eine der bekanntesten und populärsten Schauspielerinnen und Filmemacherinnen des Iran sowie eine weit über die Landesgrenzen Persiens hinaus höchst angesehene politische Aktivistin, die vor allem auch durch ihren Einsatz für Frauenrechte und humanitäre Projekte von sich reden machte. Sie spielt im aserbaidschanischen Oscar-Kandidaten 2015, Nabat, die Titelrolle.

Master Class: 10.10., 10.00-13.00 Uhr, Raiffeisen Bank International, Raiffeisen Hall, Am Stadtpark 9, 1030 Wien.

Inhalt: Am entspanntesten ist man als SchauspielerIn, wenn man sich selber, den eigenen Körper und die eigenen Sinne kennt, und zwar egal in welcher Situation. Aber wie erreicht man das? Und wie holt man in der richtigen Umgebung das Beste aus sich heraus?

Screening: Nabat (AZE 2014, Aserbaidschanisch mit engl. UT, Dauer 105 min.), 09.10., 18:00 Uhr, Urania Kino.

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Elliot Grove

Introduction to Screenwriting“ // Pitching Skills Workshop“ // „Social Media Capitalism for Filmmakers“

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Vortragender: Der in London lebende Elliot Grove wurde in Kanada geboren. Er hat unter anderem 1993 das Raindance Film Festival, 1998 die schon heute legendären British Independent Film Awards und 2007 Raindance TV gegründet. Darüber hinaus hat er 150 Kurzfilme und 5 Spielfilme produziert sowie acht Drehbücher und drei Sachbücher geschrieben, die in der Branche als Standardliteratur gelten. Grove unterrichtet seit Jahren Drehbuch und Filmproduktion, zu den Teilnehmern seiner Workshops zählen tausende junge Filmemacher, aber auch internationale Top-Regisseure wie Christopher Nolan, Guy Ritchie und Matthew Vaughn.

Introduction to Screenwriting“

Master Class: 10.10., 14.00-16.30 Uhr, Raiffeisen Bank International, Raiffeisen Hall, Am Stadtpark 9, 1030 Wien.

Inhalt: Wer je eine geniale Idee für einen Film hatte und nicht wusste, wie er loslegen soll, für den ist diese Master Class ein Muss. In diesem Intensivkurs erhält man eine geballte Ladung Know-how und erlernt all jene modernen Techniken und Instrumente, die momentan auch von professionellen Drehbuchautoren angewandt werden. Man erfährt, wie man vom Konzept zum Script kommt, wie man Figuren  entwickelt und vieles mehr. Der Basiskurs für angehende Filmemacher schlechthin!

Pitching Skills Workshop“

Master Class: 10.10., 17.00-19.30 Uhr, , Raiffeisen Bank International, Raiffeisen Hall, Am Stadtpark 9, 1030 Wien.

Inhalt: Ihr habt ein gutes Script, ein gutes Projekt, aber sonst nichts? Dieses Seminar hat die Lösung für euch. Pitching ist die wohl wichtigste Fähigkeit, die ein Filmemacher entwickeln muss. Denn nur wer das kann, kriegt genügend Geld und bringt eine gute Crew sowie viel Talent an Bord. Wie bewegt man die Finanziers und für die Stoffentwicklung verantwortlichen Profis zur alles entscheidenden Unterschrift? Wo und wie findet man überhaupt Finanziers? Und wie verhält man sich im entscheidenden Meeting? Diese und viele andere Fragen werden im „Pitching Skills Workshop” beantwortet.

Social Media Capitalism for Filmmakers“

Master Class: 11.10., 10:00-12.30 Uhr, Raiffeisen Bank International, Raiffeisen Hall, Am Stadtpark 9, 1030 Wien.

Inhalt: Wer heute im Filmgeschäft vorne dabei sein will, muss auch mit dem Bereich Social Media bestens vertraut sein. Nur wer die Möglichkeiten, die das Internet heute bietet, kennt und auch versteht, kann ebendort Geld aufstellen und vor allem auch verdienen. Ganz gleich ob es um einen eigenen Vertrieb, Crowd Funding, das perfekte Profil oder Publicity Building geht, in diesem Kurs bekommt man im Schnellverfahren das perfekte Rüstzeug fürs Überleben im Netz.

Master Classes 2014

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MASTER CLASS ISTVÁN SZABÓ
Workshop: 03.10., 13:30 Uhr, Österreichisches Filmmuseum, Dauer: 120 min.
Screening: Sunshine (HUN/AUT/CAN/GER 1999, 181 min.) am 03.10., 10:00 Uhr, Filmmuseum
Neben einem Oscar für den besten fremdsprachigen Film wurde der ungarische Meisterregisseur auch mit zwei Silbernen Bären und wiederholt in Cannes ausgezeichnet.
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MASTER CLASS AIDA BEGIĆ
Workshop: 03.10., 16:15 Uhr, Actor’s Studio, Dauer: 120 min.
Screening: Bridges of Sarajevo (FRA/BIH/SUI/ITA/GER/POR/BUL 2014, 96 min.) am 04.10., 15:15 Uhr, Urania Kino
Bosnisch, weiblich, muslimisch. Diese dreifache Identität spiegelt sich auch in den politisch relevanten und vielfach ausgezeichneten Werken der Filmemacherin wider.
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MASTER CLASS ULAY
Workshop: 05.10., 10:00 Uhr, Dachsaal der Wiener Urania, Dauer: 120 min.
Screening: Ulay (SLO 2013, 91 min.) am 03.10., 18:00 Uhr, Urania Kino
Der polyglotte Pionier der Performance-, Konzept-, Körper- und Polaroidkunst ist einer der wichtigsten Vertreter der zeitgenössischen Kunstszene überhaupt.
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MASTER CLASS CRISTI PUIU
Workshop: 05.10., 13:00 Uhr, Dachsaal der Wiener Urania, Dauer: 120 min.
Screening: The Death of Mr. Lazarescu (ROU 2005, 153 min.) am 03.10., 20:15 Uhr, Urania Kino
In Cannes gewann der rumänische Regisseur mit The Death of Mister Lazarescu die Reihe Un Certain Regard, in Berlin erhielt er einen Goldenen Bären für den besten Kurzfilm.
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MASTER CLASS BRANKO LUSTIG
Workshop: 06.10., 16.00 Uhr, Artis International, Dauer: 90 min.
Screening: Don’t look back, my son (JUG 1956, 111 min.) am 05.10., 19:00 Uhr, Urania Kino
Der zweifache Oscargewinner und Holocaust-Überlebende aus Kroatien produzierte unter anderen Kultfilme wie Schindler’s List, Gladiator und Die Blechtrommel.
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MASTER CLASS RIINA SILDOS
Workshop: 9.10., 14:00 Uhr, Actor’s Studio, Dauer: 120 min.
Screening: Love is blind (EST 2013, 97 min.) am 5.10., 18:15 Uhr, Village Cinema
Die Produzentin gehört zu den führenden Persönlichkeiten der baltischen Filmindustrie und gilt als Expertin im Bereich Marketing und internationale Finanzierung.
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MASTER CLASS MILCHO MANCHEVSKI
Workshop: 11.10, 18:00 Uhr, Actor’s Studio, Dauer: 120 min.
Screening: Before the Rain (MKD/FRA/GBR 1994, 113 min.) am 11.10, 16:00 Uhr, Actor’s Studio
Der mazedonische Regisseur, Autor und Fotograf feierte seinen größten Erfolg mit Before the Rain, der für einen Oscar nominiert wurde und den Goldenen Löwen gewann.

Aida Begic

Aida Begić ist zweifelsohne eine Ausnahmeerscheinung. Die Filmemacherin wurde 1976 in Sarajevo geboren und hat ihre Jugend in ihrer Heimat und damit in einem Land verbracht, das vor zwanzig Jahren von einem blutigen Krieg zerrissen wurde und seither innerlich zerrüttet ist. Nach ihrem Regie-Studium an der Sarajevo Academy of Performing Arts widmete sie ihr künstlerisches Schaffen fortan der Aufarbeitung dieser Thematik. Vor allem mit der Rolle der Frauen im Nachkriegsbosnien hat sie sich dabei immer wieder beschäftigt: In ihrem Langfilm-Debüt Snow (Snijeg, 2008) geht es etwa um ein fast ausgestorbenes Dorf, das von serbischen Investoren in ein Ferienzentrum verwandelt werden soll. Die wenigen verbliebenen Bewohner sind bis auf zwei Ausnahmen allesamt Frauen, die ihre Männer und andere Familienmitglieder im Krieg verloren haben. Später erzählt Children of Sarajevo (Djeca, 2012) von einer jungen Frau, die ihre Eltern ebenfalls im Krieg verloren hat und für ihren kleinen Bruder sorgen muss. Aus der Sicht der Frauen beginnt der wahre Schrecken erst, wenn die bewaffneten Auseinandersetzungen vorbei sind und die Männer und Kinder nicht wieder zurückkehren. Begićs dreifache Identität – bosnisch, weiblich, muslimisch – prägt nicht nur ihre Filme, sondern auch ihre persönliche Einstellung: „An einem einzigen Tag kann man durch völlig gegensätzliche Gefühle gehen. Am Morgen denkt man, man müsse dieses Land verlassen, weil alles so schrecklich ist. Am Nachmittag realisiert man, dass man so stark verwurzelt ist, dass man nirgendwo anders leben könnte.“ Ihre spannenden und politisch relevanten Werke wurden bei mehreren internationalen Festivals ausgezeichnet. Bereits ihr erster Kurzfilm First Death Experience (Prvo smrtno iskustvo, 2001) wurde in Cannes gezeigt. Sieben Jahre später wurde Snow ebendort mit dem Hauptpreis der Semaine de la Critique prämiert. Ihre Filme liefen außerdem in den Hauptbewerben in Sarajevo, Thessaloniki und Gijón. Zuletzt war Aida Begić als eine von dreizehn Regisseuren und Regisseurinnen am Projekt Bridges of Sarajevo beteiligt, das dieses Jahr in Cannes Premiere feierte und am LET’S CEE Festival zu sehen sein wird.

Branko Lustig

Branko Lustig wurde 1932 im kroatischen Osijek im damaligen Königreich Jugoslawien geboren. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft war er als Kind zwei Jahre in Auschwitz und Bergen-Belsen interniert, viele Mitglieder seiner Familie wurden im Zuge des Holocaust ermordet. Sein Überleben verdankt er einem deutschen Offizier, der ebenfalls aus Osijek stammte und mit Lustigs Vater bekannt war. Seine Filmkarriere begann Lustig 1955 als Regieassistent bei der staatlichen kroatischen Produktionsfirma Jadran Film. Ein Jahr später war er bereits Produktionsleiter des Weltkriegsdramas Don‘t Look Back, My Son, das auf dem Pula Film Festival, dem ältesten Filmfestival Kroatiens, drei Goldene Arenas erhielt. Lustig war schon damals wiederholt auch als Schauspieler in mehreren Produktionen zu sehen, unter anderem in Mit Karl May im Orient (1963) oder Bauernaufstand anno domini 1573 (1975). In den 1980er Jahren arbeitete er dann vermehrt an verschiedenen Film- und Fernsehproduktionen, etwa den beiden TV-Serien The Winds of War (1983) oder War and Remembrance (1988), ehe er 1988 in die USA emigrierte. 1994 gründete er zusammen mit Steven Spielberg die Shoah Foundation, die größte multimediale Sammlung von Zeitzeugnissen der Holocaust-Überlebenden weltweit. Ein Jahr später erhielt er für Schindlers Liste als einer der Produzenten einen Academy Award sowie einen Golden Globe. 2001 wurden ihm als Produzent von Gladiator diese beiden Preise erneut verliehen. Somit ist Branko Lustig der einzige Kroate, der mit zwei Oscars ausgezeichnet wurde. Auch einige seiner weiteren Hollywood-Produktionen wurden durch Auszeichnungen gewürdigt, etwa Projekt: Peacemaker (1997), Black Hawk Down (2001), Königreich der Himmel (2005), Ein gutes Jahr (2006) und American Gangster (2007). 2010 erhielt er für sein Schaffen den Ehrendoktortitel der Universität Zagreb sowie die Ehrenbürgerschaft seiner Heimatstadt Osijek. Zusätzlich gründete Lustig in Los Angeles im Jahr 2008 mit Phil Blazer die ambitionierte Produktionsfirma Six Point Films. Seit diesem Jahr ist er auch Ehrenpräsident des Jüdischen Filmfestivals in Zagreb. Im Rahmen des LET’S CEE Film Festivals 2014 wird Branko Lustig die zum ersten Mal in Österreich gastierender Veranstaltungsreihe Educational Morning präsentieren, die Shoah Foundation vorstellen sowie eine Retrospektive von Antikriegsfilmen kuratieren.

Milcho Manchevski

Milcho Manchevski ist ein viel prämierter Regisseur und Drehbuchautor. Aber nicht nur das: Er schreibt Romane, Kurzgeschichten und Essays, fotografiert, unterrichtet und ist als Performancekünstler aktiv. Kurzum: Manchevski macht Kunst und lebt Kunst. Geboren wurde er 1959 in Skopje, Mazedonien. Nach seinem Studium an der Fakultät für Kunst und Archäologie an der Universität Skopje wechselte Manchevski an die Southern Illinois University, wo er 1983 einen Abschluss in Film und Fotografie machte. Neben seiner Tätigkeit als Kameramann für Werbefilme versuchte er sich danach als Regisseur von Musikvideos – und das mit großem Erfolg: 1992 gewann er mit dem Video Tennessee, das er fürArrested Development drehte, den MTV Music Award for Best Rap Video. Zudem wurde das Video vom Musikfachmagazin Rolling Stone auf Platz 69 der besten Musikvideos aller Zeiten gewählt. International bekannt wurde Milcho Manchevski aber dann 1994 mit seinem ersten Spielfilm Before the Rain, der gleichzeitig auch seinen größten Erfolg markierte. Vor dem Hintergrund schwelender ethnischer Konflikte im jungen Staat Mazedonien verwebt er in seinem Meisterwerk drei Erzählstränge zu einem großen, poetischen und mitten ins Herz treffenden Film, der für über 30 Awards nominiert wurde, darunter für den Academy Award für den besten fremdsprachigen Film. Bei den Filmfestspielen von Venedig wurde er sogar mit dem prestigeträchtigen Goldenen Löwen ausgezeichnet, und die New York Times reihte ihn in die Liste der 1.000 besten Filme aller Zeiten ein. Bei 25 - The Retrospective, einem Highlight des diesjährigen LET’S CEE Film Festivals, wurde er von internationalen Kritikern obendrein zum besten Film Mazedoniens der letzten 25 Jahre gewählt. Mit seinem zweiten Spielfilm Dust (2001) gelang Manchevski übrigens gleich der nächste Erfolg. Auch seine weiteren Spielfilme Shadows (2007) und Mothers (2010) erhielten viel Lob und Anerkennung. Insgesamt wurden seine Filme bei über 200 Festivals gezeigt. Milcho Manchevski lebt heute in New York.

Cristi Puiu

Cristi Puiu, 1967 in Bukarest geboren, ist einer der angesehensten Filmregisseure Rumäniens. Nachdem er Malerei sowie Regie in Genf studiert hatte, gelang ihm 2001 mit Die Ware und das Geld ein überaus vielversprechendes Spielfilmdebüt. Das Low Budget Roadmovie wurde auf zahlreichen internationalen Filmfestivals ausgezeichnet, so unter anderem in Bratislava und Thessaloniki. Seine zweite Arbeit, der Kurzfilm Cigarettes and Coffee,wurde auf der Berlinale 2004 sogar mit dem Goldenen Bären geehrt. Puiu war aber auch als Drehbuchautor erfolgreich, etwa für das Drama Niki and Flo der rumänischen Regielegende Lucian Pintilie. Der endgültige Durchbruch gelang ihm schließlich 2005 mit dem sowohl vom Publikum als auch von der Kritik hochgelobten Film Der Tod des Herrn Lăzărescu. Bei den Filmfestspielen von Cannes gewann das Drama den Preis der Nebenreihe Un Certain Regard, und Puiu wurde in der Kategorie Regie für den Europäischen Filmpreis nominiert. Die ironische Abrechnung mit dem rumänischen Gesundheitsapparat gilt als erster Meilenstein des rumänischen New Wave Kinos, das sich durch seinen filmischen Realismus und seinen dokumentarischen Charakter auszeichnet – und Cristi Puiu gilt als dessen Pionier. 2006 gewann der Film weitere 47 Preise, und im Rahmen der LET’S CEE Sektion 25-The Retrospective wurde er schließlich erst jüngst von internationalen Filmkritikern zum besten rumänischen Film der letzten 25 Jahre gewählt. Zudem ist Cristi Puiu einer von 13 Regisseuren, die mit der heuer in Cannes vorgestellten Produktion Bridges of Sarajevo gemeinsam ein überaus differenziertes Bild der Rolle Sarajevos im Verlauf der letzten 100 Jahre geschaffen haben. Der Omnibusfilm, ein ehrliches und berührendes Porträt einer ungewöhnlichen Stadt und ihrer Bewohner, wird ebenso wie Der Tod des Herrn Lăzărescu beim LET’S CEE Film Festival zu sehen sein.

Riina Sildos

Riina Sildos gehört zu den führenden Persönlichkeiten der baltischen Filmindustrie und ist mit der wirtschaftlichen und künstlerischen Seite des Filmemachens gleichermaßen vertraut. Sie half die Fédération Internationale de la Presse Cinématographique (FIPRESCI) in Estland zu etablieren und ist Mitbegründerin des internationalen Black Nights Film Festivals in Tallinn. Sie vertritt Estland bei den European Audiovisual Entrepreneurs und ist Mitglied der Ateliers du Cinéma Européen sowie der European Film Academy. Als ehemalige Vorsitzende der Estonian Film Foundation gilt sie zudem als Expertin im Bereich Marketing und internationale Finanzierung und zählt zu den prominentesten Fürsprecherinnen des baltischen Films. 2003 gründete Riina Sildos ihre eigene Produktionsfirma, Amrion Productions, über die sie seitdem an der Entwicklung und Produktion zahlreicher Spiel- und Dokumentarfilme beteiligt war. In Zusammenarbeit mit Eesti Joonisfilm, einem der ältesten Animationsstudios Europas, wirkte sie an Lotte im Dorf der Erfinder, einem der größten baltischen Filmprojekte der Geschichte, mit. Die Produktion feierte 2007 ihre Premiere auf der Berlinale und wurde ebenso wie ihre Fortsetzung auf zahlreichen Festivals weltweit gezeigt. Das Sozialdrama Klass, bei dem sie erstmals als Produzentin an der Seite von Regisseur und Drehbuchautor Ilmar Raag mitwirkte, wurde von Estland in der Kategorie bester fremdsprachiger Film für die Academy Awards vorgeschlagen und obendrein vielfach auf Festivals gespielt und prämiert. Die Zusammenarbeit mit dem estnischen Regisseur erwies sich als fruchtbar, und so entstanden in den Jahren 2013 und 2014 die brillante Liebesgeschichte Love is blind sowie das Drama I won’t come back, die beide beim LET’S CEE Film Festival 2014 zu sehen sein werden.

István Szabó

István Szabó zählt zu den international bekanntesten und bedeutendsten ungarischen Regisseuren und Drehbuchautoren. Sein Handwerk hat er an der Akademie für Theater- und Filmkunst in Budapest gelernt. Bereits seine erste Regiearbeit, Zeit der Träumereien, wurde 1965 in Locarno als bester Debütfilm ausgezeichnet und machte ihn zur Führungsfigur einer neuen Generation von ungarischen Filmschaffenden. 1980 gelangen Szabó mit Der grüne Vogel sowie mit Vertrauen gleich zwei weit über die Landesgrenzen hinaus vielbeachtete Erfolge. Ab diesem Jahr drehte er dann auch hauptsächlich international finanzierte Koproduktionen. Der in Berlin mit einem Silbernen Bären für die beste Regie ausgezeichnete Film Vertrauen wurde ebenso für einen Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film nominiert wie die drei Meisterwerke, die er mit dem österreichischen Schauspieler Klaus Maria Brandauer in der Hauptrolle drehte: Mephisto (1981), Oberst Redl (1985) und Hanussen (1988). Mephisto gewann letztendlich einen Academy Award und obendrein in Cannes eine Silberne Palme für das beste Drehbuch. Dort wurde Szabó zudem für seinen Film Hanussen als bester Regisseur ausgezeichnet. Neben seiner Tätigkeit beim Film arbeitete der mittlerweile 76‑Jährige immer wieder auch als Opernregisseur. So inszenierte er unter anderem 1985 Wagners Tannhäuser an der Pariser Oper sowie 1993 Il Trovatore von Giuseppe Verdi an der Wiener Staatsoper. Darüber hinaus hielt er regelmäßig Vorlesungen zur Filmgeschichte etwa in London, Berlin oder auch Wien. Szabó gilt als sensibler Beobachter von Gesellschaften im Zeichen von Diktatur und Fremdbestimmung. Im Mittelpunkt seiner oft von Identität und Anpassung handelnden Geschichten steht dabei meist das Schicksal von Menschen unter dem Einfluss historischer Ereignisse. Zuletzt war István Szabó mit seinem neuesten Film Hinter der Tür beim LET’S CEE Film Festival 2013 zu Gast. Das Drama mit Helen Mirren wurde dabei im offiziellen Wettbewerbsprogramm gezeigt. Am 3. Oktober 2014 wird er im Österreichischen Filmmuseum eine Master Class halten, die ganz im Zeichen von Schauspielführung stehen wird. Zuvor wird der vielfach ausgezeichnete Film Sunshine mit Ralph Fiennes und Rachel Weisz in den Hauptrollen zu sehen sein. Beim LET’S CEE Film Festival 2014 wird der große Filmemacher für sein Lebenswerk mit dem Stern der Urania ausgezeichnet.

Ulay

Fotograf, Performance-Künstler sowie nicht nur Lebens-, sondern auch Kunstgefährte von Marina Abramović – Ulay ist seit den 1970er-Jahren einer der wichtigsten Vertreter der zeitgenössischen Kunstszene überhaupt. Neben Projekten in Indien, China oder Australien war er zudem Professor für Performance an der New Media Art, der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Er lebte und arbeitete vier Jahrzehnte lang in Amsterdam. Heute wohnt er in Ljubljana. Hinter der Kunstfigur Ulay steht der Deutsche Frank Uwe Laysiepen, der am 30. November 1943 in Solingen geboren wurde. Nach seiner Ausbildung zum Fotografen arbeitete er drei Jahre lang als Berater für Polaroid. In seiner ersten künstlerischen Phase galt sein Interesse der Konstruktion von Identität und Körper, sowohl auf persönlicher, als auch auf gemeinschaftlicher Ebene. Performative Photography – so nannte er später seine Idee, Performance und Fotografie miteinander zu vereinen. Die Zusammenarbeit mit der Künstlerin Marina Abramović von 1976 bis 1988 bestimmte seine zweite künstlerische Phase. Ulay und Abramović befassten sich mit den Eigenschaften der Geschlechter und mit den Grenzen ihrer eigenen Körper. Die Inszenierung spielte dabei immer eine große Rolle. So auch, als sie in einer aufmerksamkeitserregenden Performance auf der Chinesischen Mauer voneinander Abschied nahmen. Neben einigen Performances wandte sich Ulay fortan wieder mehr der Fotografie zu. In der Fotostrecke Berlin Afterimages (1994–1995) untersuchte er etwa Symbole des Nationalismus in der zeitgenössischen Gesellschaft. Sein Interesse für den menschlichen Körper verschwand zunehmend und wurde durch das Thema Wasser ersetzt. Aus Respekt vor diesem Element eröffnete er 2012 die Ausstellung Whose Water is it? in Maribor. Im selben Jahr erschien auch der Earth Water Catalogue. Seit 2008 arbeitet Ulay wieder mit Marina Abramović zusammen. Derzeit zeigt der Salon Dahlmann Berlin die Mini-Retrospektive "Ich bin Ich: Ulay on Ulay". Beim LET’S CEE Film Festival wird übrigens auch Damjan Kozoles Dokumentarfilm Ulay zum ersten Mal in Österreich zu sehen sein. Eine kurz vor Drehbeginn diagnostizierte Krebserkrankung machte aus dem geplanten Porträt letztlich eine Dokumentation über eine „Lebewohl“-Reise, die zugleich die Transformation von Ulays Körper durch die Erkrankung porträtiert. Doch glücklicherweise endet die Geschichte mit einem Happy End, und so kann der Ausnahmekünstler zusammen mit dem Regisseur in Wien begrüßt werden.

Master Classes 2013

16. September 2013: ALEXANDER SOKUROV

LET’S CEE & EKRAN-Master Class in englischer Sprache mit
ALEXANDER SOKUROV/RUSSLAND

REGISSEUR UND DREHBUCHAUTOR, u. a. Gewinner des Goldenen Löwen in Venedig

Alexander Sokurov (geb. 1951) zählt zu den bedeutendsten russischen Regisseuren und Drehbuchautoren der Gegenwart. 1978 machte er seinen Abschluss an der VGIK, Moskau, in der damaligen Sowjetunion. In seinen frühen Jahren produzierte er zahlreiche Dokumentarfilme, darunter ein Interview mit Alexander Solschenizyn. Sein erster Spielfilm Die einsame Stimme des Menschen (1978) wurde aus politischen Gründen bis 1987 von den Behörden verboten. Der 1987 produzierte Film Gramvolle Gefühllosigkeit (frei adaptiert nach Bernard Shaws Haus Herzenstod) wurde bei den 37. Internationalen Berliner Filmfestspielen für den Goldenen Bären nominiert und fand großen Anklang bei der Kritik, die in Sokurov einen vielversprechenden Autorenfilmer mit eigener Vision sah. Er machte weiterhin sehr persönliche, künstlerische Filme, die ihm zunächst in Russland, später dann auf der ganzen Welt den Beifall der Art-House-Fans einbrachten. Mit Plots, die häufig nicht zu stark auf Ästhetik und beeindruckende Bilder abzielen, sind seine Filme für ein philosophisches Herangehen an Geschichte und Natur bekannt. Außerdem ist es Sokurovs Markenzeichen, Laiendarsteller anstelle von professionellen Schauspielern in seinen Filmen auftreten zu lassen.

Nahezu jeder Film, den Alexander Sokurov seit Ende der 80er Jahre drehte, feierte Erfolge auf internationalen Filmfestivals. Insgesamt hat Sokurov über 30 Preise bei den größten internationalen Filmfestivals gewonnen, darunter den Bronzenen Leoparden in Locarno für die bereits erwähnte Produktion Die einsame Stimme des Menschen (1987), den IFC Vision Award beim Toronto International Film Festival für Russian Ark - Eine einzigartige Zeitreise durch die Eremitage (2002), den Special Award for Lifetime Achievements beim Sao Paulo International Film Festival (2002) und den FIPRESCI Award beim Filmfestival von Cannes für den Film Vater und Sohn (2003). Der dritte Teil der Trilogie über die Psychologie der Macht, Die Sonne (mit Moloch und Taurus), stand bei der Berlinale im Wettbewerb, das Kriegsdrama Aleksandra lief 2007 im Wettbewerb des Filmfestivals in Cannes. 2011 wurde Faust beim Filmfestival von Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.

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Master Class mit Alexander Sokurov

FILM: The Stone (Russland, 1992)           
Originaltitel: Kamen
Sprache: Russisch; UT: Englisch, Spielzeit: 83 Min.

Anschließend zweistündiger Workshop.

Ort: Filmmuseum, Augustinerstraße 1, 1010 Wien
Datum:
16.9 zwischen 10.00 und 13.30 Uhr

Gebühren (inkl. Kinoticket)

40 Euro pro Master Class
Ermäßigung für Studenten: 25 Euro pro Master Class

17. September 2013: ALLAN STARSKI

LET’S CEE & EKRAN-Master Class in englischer Sprache mit
ALLAN STARSKI/POLEN

PRODUKTIONSDESIGNER UND SZENENBILDNER, u. a. Gewinner eines Oscars + eines Césars

Der renommierte polnische Produktionsdesigner Allan Starski (geb. 1943) lebt in Warschau, bereist aber die ganze Welt, um seine Fähigkeiten internationalen Filmemachern zur Verfügung zu stellen.

1987 erhielt er eine Emmy-Nominierung für die Ausstattung der Fernsehserie Flucht aus Sobibor des britischen Regisseurs Jack Gold. 1993 gestaltete er die Sets für Steven Spielbergs Schindlers Liste, wofür er einen Oscar, eine BAFTA-Nominierung sowie den Award for Best Production Design der Los Angeles Film Critics Association erhielt.

Allan Starski wirkte bei zahlreichen erfolgreichen Filmproduktionen mit. In seiner Heimat Polen arbeitete er mit der Golden-Globe-Gewinnerin Agnieszka Holland an Hitlerjunge Salomon (1990) und Die Erbin vom Washington Square (1997), mit dem Oscar-Preisträger Andrzej Wajda – unter anderem an Der Mann aus Marmor (1977), Ohne Betäubung (1978), Der Mann aus Eisen (1981), Danton (1983) und Korczak (1990) – sowie mit Krzysztof Kieślowski an Ohne Ende (1985). Mit seinem Landsmann Roman Polański arbeitete Allan Starski bei zwei erfolgreichen Produktionen: Oliver Twist (2005) und Der Pianist (2002). Das Setdesign beim letzteren Film, einer mit drei Oscars ausgezeichneten Geschichte über Mut und Überleben im Warschauer Ghetto während des Zweiten Weltkriegs, wurde im Jahr 2003 mit dem französischen César gewürdigt.

Seit Anfang der 90er Jahre ist Allan Starski auch international tätig und arbeitet mit echten Branchengrößen zusammen. So gestaltete er für John Irvin das Set von Total Control (1990) und arbeitete mit Stijn Coninx bei der Oscar-nominierten Produktion Daens (1992). Im vergangenen Jahrzehnt gestaltete Allan Starski unter anderem die Sets von Das geheimnisvolle Grab (2001) von Jonas McCord, The I Inside  Im Auge des Todes (2004) von Roland Suso Richter sowie Hannibal Rising Wie alles begann (2007) von Peter Webber.

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Master Class mit Allan Starski

FILM: Schindlers Liste
Sprache: Englisch, Deutsch, Hebräisch, Polnisch; UT: Englisch
Spielzeit: 195 Min.

Anschließend zweistündiger Workshop

Ort: Novomatic Forum, Friedrichstraße 7, 1010 Wien

Datum:
15. September zwischen 14.00 und 18.00 Uhr (Screening Schindlers Liste)
17. September zwischen 10.00 und 12. Uhr (Workshop)

Gebühren (inkl. Screening Schindlers Liste am 15.9):)

40 Euro pro Master Class
Ermäßigung für Studenten: 25 Euro pro Master Class

19. September 2013: WOJCIECH MARCZEWSKI

LET’S CEE & EKRAN-Master Class in englischer Sprache mit
WOJCIECH MARCZEWSKI/POLEN
REGISSEUR UND DREHBUCHAUTOR, u. a. Gewinner des Silbernen Bären bei der Berlinale

Wojciech Marczewski (geb. 1944) zählt zu den renommiertesten polnischen Regisseuren und Drehbuchautoren. Für seinen „herausragenden Beitrag zur nationalen Kultur und für Leistungen im Bereich der kreativen Kunst“ erhielt er das Offizierskreuz des Polonia Restituta Ordens.

Zu den erfolgreichsten Filmen von Wojciech Marczewski zählt das Historiendrama Dreszcze (Shivers) aus dem Jahr 1981, das im darauffolgenden Jahr mit dem Silbernen Bären sowie mit Preisen der C.I.C.A.E. und der FIPRESCI Jury auf dem internationalen Filmfestival Berlinale ausgezeichnet wurde. Seine Fantasykomödie Escape from the 'Liberty' Cinema (1990) erhielt ebenfalls mehrere internationale Preise, darunter den Grand Prize des französischen Avoriaz Fantastic Film Festivals im Jahr 1992.

Seit vielen Jahren widmet sich Wojciech Marczewski intensiv der didaktischen Arbeit. Im November 2001 eröffnete er zusammen mit seinem Regiekollegen Andrzej Wajda die Wajdas Namen tragende Schule für Filmregie, in der er als Vizepräsident und Programmdirektor tätig ist. Zudem unterrichtet er als Lektor an der Filmhochschule in Łódź und ist Gastlektor an Filmschulen in Deutschland, Dänemark, der Schweiz und den Niederlanden. Marczewski war Dekan der Faculty of Directing an der britischen National Film and TV School in London. Er wirkte auch bei zahlreichen Spielfilmerstlingen als künstlerischer Leiter mit.

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Master Class mit Wojciech Marczewski

FILM: Escape from the 'Liberty' Cinema (Polen, 1990)
Originaltitel: Ucieczka z kina „Wolność“
Sprache: Polnisch
UT: Englisch
Spielzeit: 92 Min.

Anschließend zweistündiger Workshop.

Ort: Actor's Studio, Tuchlauben 13, 1010 Wien
Datum:
18. September zwischen 10.00 und 13.00 Uhr

Gebühren (inkl. Kinoticket Escape from the 'Liberty' Cinema)

40 Euro pro Master Class
Ermäßigung für Studenten: 25 Euro pro Master Class